Geld abheben in Afghanistan


Gebührenfrei Geld abheben in AfghanistanAfghanistan assoziieren wir deutschen Fernsehkonsumenten leider mit Krieg, Bombenhagel, Bundeswehreinsätzen und Straßen, die mit Blut beschmiert und mit Leichen gepflastert sind. Kaum einer weiß, dass sich hinter dem krisengeschüttelten Staat mit seinen zerstörten Städten und kaputter Wirtschaft ein wunderbares Land mit einzigartigen geschichtsträchtigen Orten und einer sehr bewegten Vergangenheit verbirgt, dessen Zeugnisse bis heute während einer Afghanistan Reise zu bewundern sind.

Afghanistan besaß ein reiches kulturelles Erbe, von dem heute teilweise nur noch Überreste existieren. Die Seidenstraße, eine alte Karawanenstraße, führte mitten durch das Land. Das Bamiyan Tal an der ehemaligen Seidenstraße ist ein Zeugnis für die Vermischung der abendländischen und der asiatischen Kultur. Auch heute noch finden sich hier die Überreste der zwei überdimensionalen Buddha Statuen aus dem 6. und 7. Jahrhundert, sowie die buddhistische Kloster- und eine Festungsanlage aus der islamistischen Zeit.

Ein weiteres Kulturgut aus dem schätzungsweise 5. Jahrhundert v. Chr. ist die alte Festung Balar Hissar. Die Befestigungsanlage von Balkh hingegen umgibt die komplette Stadt. Die Mauern aus Stein ragen bis zu neun Meter in die Höhe. Von ihnen hat man einen wunderbaren Ausblick über die ganze Stadt und Landschaft Afghanistans.

Mitten im vom Bombenhagel zerrütteten Afghanistan gibt es Oasen mit einem Hauch von Love and Peace. Der Band-e-Amir-See war das Hauptziel der Reiseroute des Hippie-Trails. In den 60er und 70er befanden sich tausende Hippies auf diesem Weg auf der Suche nach Gott und sich selbst. Leider bleibt ihr Ruf nach “Peace No War“ bis heute in den Bergen Afghanistans ungehört verschallt.

Wer dennoch eine Reise in das geschichtsträchtige Land plant, sollte vorab ausreichend darüber informiert sein, wo und wie man in Afghanistan Geld abheben kann bzw. welche Zahlungsmittel im Land akzeptiert werden und was beim Geldumtausch in Landeswährung zu beachten ist. Dies und vieles mehr zum Thema Geldangelegenheiten in Afghanistan ist übersichtlich in folgendem Bericht zusammengefasst.

 

Afghani – die Landeswährung

Die Landeswährung und somit offizielles Zahlungsmittel von Afghanistan ist der Afghani, unterteilt in 100 Puls. Afghani ist in Münzen und Banknoten erhältlich. Die Stückelung lässt sich aus der nachfolgenden Tabelle entnehmen:

Münzen: 1, 2, 5 Afghani
Scheine: 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100, 500, 1000 Afghani

 

Geld wechseln in Afghanistan

US-Dollar werden in Afghanistan als alternatives Zahlungsmittel zur Landeswährung akzeptiert. Die Mitnahme ist aber nicht zwingend erforderlich. In die Landeswährung Afghani kann man bereits auf der Straße umtauschen. Dies funktioniert meist schneller als auf der Bank, man sollte aber Kontrolle statt Vertrauen walten lassen und den erhaltenen Betrag nachzählen. Einen verlässlichen Umtausch nehmen die Banken in Kabul vor.

Generell können Banken in Afghanistan von samstags bis mittwochs zwischen 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr, sowie von 13:00 Uhr bis 16:30 Uhr aufgesucht werden. Donnerstags beschränken sich die Öffnungszeiten auf 08:00 Uhr bis 13:30 Uhr. Auch in den Hotels kann Geld in Landeswährung umgetauscht werden. Selbst die Taxifahrer und die meisten Geschäfte wechseln ohne Probleme in Landeswährung. Auch hier gilt: Unbedingt nachzählen!

 

Reiseschecks einlösen in Afghanistan

Reiseschecks erfahren einen weltweiten Rücklauf als Zahlungsmittel. Auch in Afghanistan eignen sie sich eher weniger für die Reisekasse. Der Umtausch mittels Reiseschecks ist selten möglich, und selbst in Kabul eher die Ausnahme als die Regel. Wer dennoch Reiseschecks zur Sicherheit mitnehmen möchte, sollte die Originalquittung mitnehmen und sich zusätzlich die Seriennummer notieren. Besser geeignete Zahlungsmittel zur Mitnahme nach Afghanistan sind Bargeld und zumindest eine Kreditkarte oder die EC-Karte.

 

Bargeldlose Bezahlung in Afghanistan

Kreditkarten werden in Afghanistan eher selten als bargeldloses Zahlungsmittel akzeptiert. Die höchste Akzeptanz erfahren sie in Kabul und auch dort hauptsächlich nur in Reisebüros, bei Fluggesellschaften sowie in gehobeneren Hotels. Bei der Nutzung einer Kreditkarte als Zahlungsmittel berechnet das Kreditkarteninstitut für jede Bezahlung ein Auslandseinsatzentgelt zwischen 1 und 4 Prozent. Die exakte Höhe für die Gebühr für den Auslandseinsatz kann man beim jeweiligen Kreditkarteninstitut erfragen oder in den Vertragsunterlagen nachlesen. Weitaus mehr Flexibilität beim Bezahlen bietet die einfache Barzahlung. Die Kreditkarte ist deshalb auch in Afghanistan nicht unnütz, sie kann in diesem Fall zum Geld abheben für die anschließende Barbegleichung der anfallenden Rechnungen genutzt werden.

Geld abheben in Afghanistan per EC-Karte

Das Geld abheben in Afghanistan mit der EC-Karte ist grundsätzlich möglich. Jedoch nur für Karten, die das Maestro- oder Cirrus-Zeichen tragen. Ein am Geldautomaten angebrachtes Hinweisschild zeigt an, ob die EC-Karte von diesem akzeptiert wird. Beim Verwenden der EC-Karte für die Geldabhebung muss man einkalkulieren, dass dabei ein Auslandseinsatzentgelt berechnet wird. In aller Regel bewegt sich dieses zwischen 5 und 10 Euro und wird bei jeder Abhebung fällig. Um diese Gebühr für den Auslandseinsatz einzusparen, empfiehlt es sich, eine Kreditkarte zum Zweck des Geldabhebens zu verwenden – nicht nur in Afghanistan. Sie ist ebenfalls eine gute Alternative für alle V-Pay-Kartenbesitzer. Diese müssen sich vor Reisebeginn in jedem Fall einem alternativen Zahlungsmittel kundig machen, denn außerhalb Europas wird V-Pay nicht akzeptiert, weder zum Zweck der bargeldlosen Bezahlung noch zum Geld abheben.

 

Geld abheben in Afghanistan per Kreditkarte

In der Hauptstadt Kabul lässt sich mit einer Kreditkarte bis zu dem jeweilig gültigen Höchstbetrag Geld in Landeswährung abheben. Die höchste Akzeptanz erfahren hierbei Visa und Mastercard. Verwendet man die Kreditkarte zum Zweck des Geldabhebens in Afghanistan, sollte man vorher wissen, dass viele Kreditkarteninstitute zusätzlich zum abgehobenen Betrag eine Auslandseinsatzgebühr zwischen 1 und 4 Prozent erheben. Diese Gebühr wird bei jeder Geldabhebung fällig.

Doch diese Gebühr muss nicht zwingend ein lästiger Teil der Urlaubsbilanzierung sein. Zur Umgehung der Auslandseinsatzgebühr empfiehlt sich eine Reisekreditkarte einer der Banken, die im folgenden Link gelistet sind. Diese wenigen Banken bieten eine kostenlose Kreditkarte an, mit welcher sich – im Gegensatz zu den meisten gängigen Kreditkarten – gebührenfrei Bargeld abheben lässt. Dieses Angebot beschränkt sich nicht auf das jeweilige Reiseland, der kostenlose Service dieser Karten kann weltweit genutzt werden.
 

 
Der Antrag kann online ausgefüllt werden. Danach benötigt man nur noch den gültigen Reisepass oder Personalausweis für das Postident-Identifizierungsverfahren sowie zwei Wochen Geduld, denn solange dauert es maximal vom Tag der Antragstellung bis zum Erhalt der Karte.

 

Sicherheit beim Geld abheben in Afghanistan

Vor dem Hintergrund des traurigen Tagesgeschehens des vom Krieg gezeichneten Landes erscheint es auf den ersten Blick lächerlich, auf vermeintliche Kleinigkeiten wie die verdeckte PIN-Eingabe hinzuweisen. Doch unabhängig von politischem Umfeld oder Kriminalitätsstatistiken des Reiselandes sollte man immer und überall Vorsicht walten lassen bei der Benutzung eines Geldautomaten.

Auch in Krisengebieten wie Afghanistan sollte man profane Hinweise zum Thema Sicherheit von Kreditkarten streng beachten, denn nicht nur ein plötzlicher Kugelhagel, sondern auch eine gestohlene Kreditkarte oder die Ausspähung der PIN beim Geld abheben kann in Afghanistan sehr unangenehme Folgen haben. Deshalb ist auch während jeder Geldabhebung in Afghanistan oberstes Gebot: die PIN bei der Eingabe immer entsprechend abdecken, auf Manipulation am Geldautomaten achten, und die PIN getrennt von der dazugehörigen Karte aufbewahren!

Kommt es dennoch zu Verlust oder gar Missbrauch einer der Karten, sollte man sich ohne Zeitverlust an den Sperr-Notruf wenden. Dieser Notrufnummer ist an sieben Tagen rund um die Uhr erreichbar, bei Anruf wird die betroffene Karte – nach Nennung der Kartennummer – sofort gesperrt. Zur Nummer gelangt man über den nachfolgenden Link. Ein sofortiges Handeln ist unabdingbar, um sich vor einem möglichen größeren finanziellen Schaden zu schützen. Voraussetzung für schnelles Handeln ist, die Nummer des Sperr-Notrufs entweder auswendig zu wissen, oder versteckt notiert immer bei sich zu führen.

Beachtet man diese Hinweise zum Thema Geld und Sicherheit in Afghanistan und bestückt die Reisekasse mit geeigneten Zahlungsmitteln, so kann man zwar nicht den “Peace No War“-Gedanken der Hippie-Trails in die Berge Afghanistans zurücktragen, aber man ist nach Erstellen der Reisebilanz zumindest mit der eigenen Reisekasse in Frieden.

 

 
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